Die Beiträge des Budokan Bad Homburg I e.V. sind wie folgt geregelt:

§1 Monatliche Regelbeiträge

(1) Monatlich € 17,50
(2) passive Mitglieder € 2,00 
(3) Aufnahmegebühr  € 60,00 

§ 2 Ermäßigte Beiträge

Eine Beitragsermäßigung wird in folgenden Fällen gewährt:

(1) Familienbeitrag

Der monatliche Höchstbeitrag (Summe aller Einzelbeiträge) pro Familie ist begrenzt auf € 30,00. Als Familie gelten Vater, Mutter und Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Ergibt die Addition der Einzelbeiträge innerhalb der Familie einen Betrag, der höher als € 30,00 ist, wird vom Verein nur dieser Höchstbeitrag erhoben.
 
(2) Doppelmitgliedschaft/Härtefallklausel

Mitgliedern, die bereits einem anderen Karate- oder Hwal-Moo-Do Dojo angehören und nur gelegentlich im Budokan Bad Homburg mittrainieren, kann auf Antrag eine Beitragsermäßigung bis zu 50% vom Beitrag gemäß § 1 gewährt werden. Über den Antrag entscheidet der Vorstand. Das gleiche gilt für besondere Härtefälle. Unter einem Härtefall ist zu verstehen, dass die Erhebung des Beitrags gem.
§ 1 für den Betroffenen oder dessen Familie eine besondere Härte darstellen würden.

§ 3 Beitragsbefreiung Satzungsgemäß

(§ 3 (4) der Vereinssatzung) von der Pflicht zur Beitragszahlung befreit sind nur die Ehrenmitglieder.

§ 4 Fälligkeit der Beiträge

Die Beiträge sind monatlich im voraus zu entrichten. Nach Möglichkeit ist von Barzahlungen abzusehen und vom Lastschrifteinzugsverfahren Gebrauch zu machen.

§ 7 Beiträge zum Deutschen Karate Verband (DKV)

Der Verein erhebt darüber hinaus die Jahresbeiträge für den Deutschen Karate Verband und führt diese ab (Jahresmarken-Verfahren). 

Ausweisgebühr: 20,- € 
Jahresmarke, Erwachsene neu: 30,-€

Diese Beitragsordnung gilt ab 1.5.2013

Eskrima in arbeit ...

 

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"Karate-Do ist mehr als reine Kampftechnik. Es ist eine Schulung von Körper und Geist, eingebunden in mediativ- philosophische Lehren Ostasiens" - So oder ähnlich lauten Aussagen von Experten über die Inhalte dieser japanischen Kampfkunst, der sehr alte und unterschiedliche Wurzeln zugesprochen werden. Wer heute jedoch Karate betreibt, lernt es in der Regel in seiner modernen Form als Kampfsport kennen, obwohl Karate-Do in seiner dreifachen Ausprägung

- als Form des waffenlosen Kampfes
- als umfassende Körper- und Geistesübung
- als expressive Bewegungskunst auch einen möglichen Weg der zen-buddhistischen Erfahrung darstellt.

Aus jahrhundertealten fernöstlichen Überlieferungen wurde Karate in Okinawa (Japan) als ein Form der Selbstverteidigung entwickelt, die es ermöglicht, sich gegen einen (oder mehrere) Gegner zu behaupten. Dabei werden die menschlichen Gliedmaße - besonders Hände, Füße, Ellenbogen, Knie eingesetzt, indem die einzelnen Stöße, Schläge und Tritte mit äußerster Schnelligkeit, Härte und Präzision gezielt gegen empfindliche Punkte des menschlichen Körpers ausgeführt werden. Dies setzt ein Höchstmaß an Koordination voraus. Um dies zu erreichen, ist ein intensives, dauerhaftes Training erforderlich.

Erst in diesem Jahrhundert wurde aus der ursprünglichen Selbstverteidigungskunst eine Form des sportlichen Wettkampfs entwickelt. Im Wettkampf Athlet gegen Athlet müssen die harten Angriffe kurz vor dem Ziel abgestoppt werden. Es versteht sich von selbst, dass hierzu ein großes Maß an Selbstbeherrschung erforderlich ist. So ist Karate-Do, das für den Betrachter auf den ersten Blick vielleicht ein wenig roh wirkt, in Wirklichkeit ein Sport, der allerhöchste Achtung vor dem Gegner erfordert. Gerade damit leistet das Karate-Do-Training, das auf der einen Seite einen aggressiven Kampfgeist entwickelt und auf der anderen Seite zu äußerster Selbstbeherrschung erzieht, einen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit des Trainierenden.

Neben dem körperlichen Konditionstraining ist Karate-Do eine der wenigen Sportarten, die auch hohe Anforderungen an die geistige Beweglichkeit des Sportlers stellt. Durch die unzählige Wiederholung von verschiedenartigen Angriffs- und Abwehrvarianten und deren Kombination miteinander wird die Reaktionsfähigkeit optimal geschult. 
 
Trotz alledem wird der Satz "Ein nicht gekämpfter Kampf ist ein gewonnener Kampf", an erster Stelle bei der Vorgehensweise im Konfliktfall gestellt.
 
 

Liebe Kampfsportinteressierte

Mit dem Beginn deiner Mitgliedschaft / Kurses lernst du eine Kampfkunst kennen, die einerseits durch ihre sportlichen Aspekte begeistert und zudem Möglichkeiten für tiefgründigere Betrachtungen beinhaltet. Genau wie in jeder anderen Sportart und in jedem anderen Verein gibt es auch bei uns gewisse soziale Gepflogenheiten, deren Unkenntnis bei Neueinsteigern eine gewisse Verunsicherung auslösen kann.

Da Karate-Do aus dem asiatischen Kulturraum stammt, sind mit ihr daher Gepflogenheiten verbunden, die für uns abendländisch geprägte Menschen zunächst etwas seltsam anmuten, über die aber bei näherer Betrachtung nichts anderes als eine besondere Wertschätzung, Respekt vor der Kampfkunst die wir betreiben und den Menschen mit der wir sie betreiben, ausgedrückt. 

Daraus wird ersichtlich, dass es hier nicht darum gehen kann, asiatische Sitten nachzuäffen, sondern dass es ein Verlust wäre, den sportlichen Teil des Karate-Do von seinen kulturellen-philosophischen Wurzeln und Anteilen zu trennen, weil diese in jedem Fall eine Bereicherung unseres westlich geprägten Denkens und Handelns darstellen dürften.

In diesem Text sollen die wichtigsten dieser Gepflogenheiten erörtert werden. Mit ihrer Kenntnis vermeidest du "Fettnäpfchen" und Irritationen unserer Karateka. Außerdem enthält sie eine Auflistung der grundlegendsten sprachlichen Begriffe, die im und um das Training von Bedeutung sind. Den Anfang macht eine Charakterisierung des Ortes, an dem sich alles abspielt:  dem Dojo.

Dojo - Ort der Erleuchtung

Der Begriff Dojo bezeichnet heute in erster Linie einen Trainingsraum, in dem eine Kampfkunst trainiert wird, wobei dieser Raum meist eine einfache Trainingshalle darstellt. In einigen Vereinen schmücken ein oder mehrere Bilder von großen Meistern die Wände, jedoch ist auch dieses nicht vergleichbar mit einem Dojo, so wie es in der Vergangenheit existierte.

Der Grund hierfür ist wohl meist ein kommerzieller, d.h. viele Kampfkunstschulen, und das sind heute die Vereine, sind auf öffentliche Gebäude angewiesen, die nicht so ohne weiteres nach den eigenen Vorstellungen umgebaut werden können. Nur in wenigen Fällen sind heute noch Dojos zu finden, deren Äußerlichkeiten der Raumgestaltung schon auf einen besonderen Ort hinweisen. Doch wie sieht ein "richtiges", also klassisches Dojo aus? Gibt es eigentlich eine festgelegte Form für diesen Ort der Erleuchtung, so wie er im Zen-Buddhismus genannt wird?

Von der Überlieferung wissen wir zumindest, das die Raumaufteilung sich nach ganz speziellen Regeln darstellte. Auf der linken Seite des Raumes, betrachtet von der Eingangsseite, nahmen die Schüler zum Angrüßen Platz. Diese Seite war also für alle Kyu-Grade gedacht. Gegenüber befanden sich, so wie heute auch üblich, die Sensei, deren Aufgabe es war, das Training zu leiten. Die Eingangsseite selber war der Ort für die Dan-Grade, die aktiv dem Unterricht beiwohnten. Und schließlich gibt es noch die Seite, die dem Eingang gegenüber liegt. Dort war in früheren Zeiten ein kleiner Schrein oder ein Altar für eine Gottheit. An dieser Seite nahmen nur ganz besondere Ehrengäste, wie z.B. große Meister, Platz. Bedenkt man, das früher die Dojos in Tempeln und Klöstern zu finden waren, in denen auch vielfach meditiert wurde, so kann man sich sehr leicht vorstellen, das die Atmosphäre damals eine ganz andere war, als heute in einem unserer "normalen" Dojos.

Doch man sollte nicht meinen, das das heutige Dojo ein schlechteres gegenüber dem traditionellen sei. Denn so wie alles in der Natur ständig eine Wandlung durchlebt, so muß auch das Karate-Do in all seiner Vielfalt, und dazu gehört auch das Dojo, sich ständig weiterentwickeln, um sich jeder neuen Situation flexibel anpassen zu können.

Viel entscheidender aber als die Äußerlichkeiten ist die Etikette, die in einem Dojo herrscht. Deshalb sollte in der heutigen Zeit auch weiterhin versucht werden, das freundliche Miteinander an dem Ort der Erleuchtung zu erhalten. Denn das besondere ist nicht das Dojo selbst, sondern der Zweck der Zusammenkunft - das Erlernen einer Kampfkunst.

Um dies zu konkretisieren und zusammenzufassen: Jeder Karateka sollte sich im Dojo auf eine würdevolle Art verhalten, die dem Respekt vor dem Karate-Do, den Mittrainierenden und dem Ort Rechnung trägt. Es widerspricht nicht dem Spaß am Training und mit anderen Trainierenden, wenn man sich etwas beherrscht und z.B. alles laute und aufdringliche Gebaren zügelt.

In der Kleidung sollte sich eine gewisse Schlichtheit niederschlagen. Nicht zufällig ist der Karate-Gi weiß. Ohrringe, Kettchen, Armbänder und sonstiges sollten vor dem Training abgelegt werden (schon allein aus Gründen der Sicherheit). Aus traditioneller Perspektive sollte strenggenommen auch unter dem Karate-Anzug (Karate-Gi) kein T-Shirt etc. getragen werden. Dieses wird zwar im üblichen Trainingsbetrieb nicht mehr so eng gesehen, sollte aber z.B. auf Lehrgängen oder Prüfungen beachtet werden. Eine Ausnahme besteht in diesem Fällen jedoch für das weibliche Geschlecht.

Der Gruß

Der Gruß (Rei) ist ein wesentliches Element im Karate-Do. Die Art und Weise des Grußes spiegelt den Charakter des Karateka wider. Deshalb grüßt man mit Würde und Konzentration, nie oberflächlich und unkonzentriert. Dabei kann der Gruß sowohl im Stehen (Ritsu-Rei) erfolgen, als auch im Sitzen (Za-Rei). Ein Karateka verbeugt sich zum einen, wenn er seinem Partner /seiner Partnerin im Training gegenübersteht (otagai ni rei). Hier ist der Gruß Ausdruck von Respekt und Höflichkeit dem/der anderen gegenüber.

Des weiteren steht die Verbeugung am Anfang und am Ende jeden Trainings:
Beim Eintritt in das Dojo verbeugt man sich an der Schwelle. Hierbei gilt diese Verbeugung nicht als Gruß an eine Person, sondern drückt eine innere Haltung der Bescheidenheit aus, die unabdingbare Grundlage für jedes Lernen ist. Am Ende des Trainings erfolgt diese Verbeugung erneut. Ein Karateka verlässt das Dojo nicht mit dem Rücken zugewandt. Wie oben beschrieben, fordert das Dojo aus seiner Bedeutung heraus eine gewisse Wertschätzung.

Im Training selbst gibt es zwei weitere Grußformen, die vor und nach dem Training zu sehen sind. Dabei steht der Sensei vor den in einer Reihe stehenden Schülern. Mit dem Kommando "seiza!" geht er zunächst in die Hocke, worauf die Schüler folgen, und setzt dann zuerst das linke, dann das rechte Knie auf den Boden auf. Diese Reihenfolge stammt aus der Zeit der Samurai und war durch das Tragen des Langschwertes bedingt. Mit dem Kommando "Mokuzo!" schließen alle die Augen, um sich geistig auf das Training einzustellen; mit "Mokuzo-Yame!" ist diese Meditationsphase beendet. Sind Gäste im Dojo anwesend, dreht der Sensei sich um (ohne aufzustehen) grüßt diese mit "Shomen ni rei" (shomen = Front, Fassade, ni = an, rei = Gruß), worauf sich die hinter ihm sitzenden Schüler selbstverständlich mit verbeugen. Bei dieser Verbeugung setzt ebenfalls wieder die linke Handfläche zuerst auf den Boden auf, gefolgt von der Rechten. Diese Reihenfolge ist in damaligen Bestreben, die rechte Hand so lange wie möglich am Schwert zu lassen, begründet. Die Hände mit den Daumen bilden dabei ein Dreieck. Anschließend dreht er sich wieder zu den Schülern. Stellvertretend für die Trainingsgruppe grüßt der Karateka mit dem höchsten Grad den Sensei mit "Sensei ni rei", wofür sich der mit einem "oss" und einer Verbeugung bedankt. Anschließend steht zunächst der Sensei auf, danach die Schüler. Den Abschluss dieses Rituals bildet noch mal ein Gruß im Stehen. Wichtig hierbei vor allem das Abknien und Aufstehen. Verfrühtes Abknien und Aufstehen stellt eine grobe Unhöflichkeit dar.

Oss - Mehr als ein Grußwort

Der Begriff Oss besteht in der japanischen Schreibweise aus zwei Schriftzeichen. Das erste ist Osu, das die Aussprache des ganzen Wortes beeinflußt. Dieses bedeutet wörtlich stoßen oder drücken. Das zweite Zeichen Shinobu hat die Bedeutung von ertragen, erdulden, erleiden.

Im Karate-Do sollte und wird dieses Wort Oss für fast alles benutzt. Übliche Bedeutungen sind Danke, Bitte, Ich habe verstanden und ist auch ein Grußwort zu einem anderen Karateka. Wird es mit einer Verbeugung ausgesprochen, drückt es Respekt, Vertrauen und Sympathie dem Gegenüber aus oder zeigt dem Sensei, daß das von ihm Gesagte verstanden worden ist.

Das Wort "Oss" wird nur zwischen Menschen gebraucht, d.h. es wird beim nicht benutzt, sondern nur beim Sensei ni Rei oder demOtagai ni Rei. Es zeigt einmal den Versuch an, den Weg des Karate-Do beschreiten zu wollen und steht als Dank am Ende des Unterrichts.

Verhalten im Training

Das Verhalten im Training selbst sollte vom selben Respekt und Zurückhaltung geprägt sein, wie es das zwischenmenschliche Verhalten ist. Letztlich ist es auch nichts anderes, weil jede Art der Störung natürlich den Sensei und die Mittrainierenden ablenkt und verärgert.

So sollte man (natürlich) darauf achten, dass man nicht zu spät ins Training kommt. Passiert es, sollte um das verspätete Erscheinen keinerlei Aufhebens gemacht werden - Erklärungen sind unnötig. In diesem Fall betritt man das Dojo, grüßt den Sensei, wartet dessen Bestätigung ab (!) und schließt sich der Trainingsgruppe auf der linken Seite an. Ob der/die Verspätete für sich die Aufwärmgymnastik kurz nachholt, oder gleich mitmacht, bleibt ihm/ihr überlassen. Das gleiche gilt, wenn aus irgendwelchen Gründen das Training kurz verlassen werden muss. In diesem Fall rennt man nicht einfach raus, sondern spricht den Sensei an, grüßt und verlässt die Gruppe. Einfaches Rein- oder Rausrennen oder das Hineindrängen mitten in die Gruppe nach einem Zuspätkommen gelten als höchst unhöflich.

Im Training selbst sollte man sich bemühen und auf sich und seine Übungen konzentrieren. Kommentare, Zwischenrufe und unnötige Fragen sind tabu; das Training ist kein Diskussionsforum! Wichtige Verständnis- und Sinnfragen dagegen sind wichtig und erwünscht, da sie der gesamten Gruppe von Nutzen sein können. Für weiterführende Fragen, Meinungen oder Anregungen steht der Sensei nach dem Training immer zur Verfügung.

Sollte man gerade eine "Auszeit" haben, weil andere gerade mit einer Übung dran sind, verfolgt man diese Gruppe konzentriert. Dabei bleibt man entweder stehen, oder geht in den "Kniesitz". Auf dem Boden "rumhängen" (z.B. mit ausgestreckten Beinen oder im Schneidersitz) oder auf einer Bank ausruhen, während andere schwitzen, gehört nicht zur feinen Art. Auch wenn es für uns unverständlich ist: Auf dem Boden zu sitzen, und seine nackten Fußsohlen zu zeigen, ist für einen Japaner eine Beleidigung! Dies sollte vor allem auf Lehrgängen mit ausländischen Trainern beachtet werden.

Mangelnde Aufmerksamkeit (z.B. gegenüber der oben erwähnten Gruppe oder Ausführungen des Sensei) drücken Gleichgültigkeit aus und stellen eine Beleidigung der Ausführenden dar. Eine Tatsache, die übrigens in unserer Kultur nicht anders ist.

Karate-Do ist eine körperlich anstrengende Kampfkunst, die einen oft an seine Grenzen bringt. Daher sollte man nicht allzu schnell aufgeben, wenn es unangenehm wird, sondern seinen eisernen Willen beweisen. Die Entscheidung, eine Übung abzubrechen, kann man jedoch niemanden abgeben. Sollte dies daher passieren (z.B. bei Schwindel, Knieschmerzen etc.), dann nicht, ohne es dem Sensei zu signalisieren.

Zusammenfassung

Letztlich lässt sich alles, was hier ausführlich beschrieben wurde, auf einen einzigen Nenner bringen: Man sollte sich außerhalb und innerhalb des Trainings auf eine Art verhalten, die 4 Dinge ausdrückt: Respekt, Höflichkeit, Bescheidenheit und Würde.

Natürlich stellt sich Frage, was passiert, wenn man in einem oder anderen Falle die Etikette missachtet. Kurz gesagt: In den meisten Fällen wird nichts passieren. Vielleicht wird einer der Mittrainierenden oder der Sensei einen freundlichen diskreten Hinweis darauf geben. Man sollte sich aber in diesem Fall zumindest sicher sein, in einen Fettnapf getreten zu sein.

Letztendlich ist die Etikette keine Sammlung von Gesetzen, über die jemand wacht und bei deren Missachtung irgendwelche Sanktionen drohen. Die Etikette regelt das zwischenmenschliche Miteinander und betrifft daher "den guten Ton" im Verhalten jedes einzelnen, ohne den eine soziale Gemeinschaft nicht funktionieren kann. Wie das Verhalten jedes einzelnen aussieht, ist daher eine Frage der Sensibilität und der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung seiner spontanen Impulse. Allerdings sollte man sich auch im Klaren sein, dass wiederholte Missachtungen dem Lauf des berühmten Elefanten durch den Porzellanladen entsprechen und schon bald die Motivation des Sensei, die betreffende Person zu trainieren und zu fördern massiv verringern dürften. Im Alltag schrecken wir ja auch vor Leuten zurück, die uns dauernd auf die Füße treten. Außerdem stellt man sich durch diese offen gezeigte Gleichgültigkeit betreffend der Gefühle anderer kein besonders löbliches Zeugnis aus.

Zum Abschluss sei daher darauf hingewiesen, dass uns die Etikette nicht einschränkt, sondern bereichert. Sie ist Ausdruck der Wertschätzung unserer Mittrainierenden und des Karate-Do und das dürfte somit im Interesse jedes Menschen liegen, der Interesse an unserer Kampfkunst bekundet.

Einführung in die Karate-Sprache

Die Aussprache im Japanischen

Der Aussprache liegt die englische Schreibweise zugrunde.

a wie ab, Kasse
ch wie tsch (cha, chi, che mit t-Vorschlag) 
e etwas nach "ä" hin ausgesprochen, Messer, etwa 
h ein Laut, der zwischen h und ch liegt - etwa wie in "Dach"
i wie in, bin
j wie dsch in "Germany"
n doppeltes n leicht nasal
o wie ob, noch
r Zungen-r wie im Romanischen oder Slawischen
s wie "ss" in "Masse", wie ß
sh stimmlos wie wishing, shop (engl.), nicht wie "sch"
u wie um, Mutter (manchmal sogar unhörbar)
y wie j (Yokohama)
z wie das stimmhafte "s" in "Rose" (za-Sand, zu-Suppe, ze-Senf, zo-sollen) In manchen Silben wird das u kaum betont oder ganz geschluckt - z.B. Oi-zuki (gerader Fauststoß) = o-i z'ki. ae, ei, ue, usw. werden nicht verschmolzen, sondern getrennt gesprochen: Mae-geri = ma-e geri. Allerdings klingt der zweite Vokal nur leicht nach.

Das Zählen

Zählen von 1 bis 10: (Endvokale nicht betonen, eher verschlucken)

eins ichi
zwei ni
drei san
vier shi/yon
fünf go
sechs roku
sieben shichi/nana
acht hachi
neun kyu/ku
zehn ju

Kommandos

Hajime!
Anfangen!
Mawa-te!
Kehrt, Wendung!
Mokuzo!
Augen schließen; Konzentrationsübung
Narote!
Entspannen!
Rei! Gruß!
Sensi-ni!
Front zum Lehrer (Sensei)
Yame!
Stop! Schluß! Ende!
Yoi!
Achtung!
Kamaete!
Kommando zur Ausgangshaltung
Seiza!
Hinknien
Chudan-gamae links/rechts vorrücken mit Armen in Vorhalte zur Ausgangsstellung in Zenkutsu-dachi (Grundschule, Beintechniken und Kombinationen)
Gedan-gamae links/rechts vorrücken mit Gedan-barai zur Ausgangsstellung in Zenkutsu-dachi (Grundschule)
Kumite-gamae rechtes/linkes Bein zurücksetzen in Zenkutsu-dachi, Ausholen mit Gedan-barai (Ausgangsstellung für Partner-Training)

Angriffsstufen (Zielregion beim Partner)

Chudan mittlere Stufe (Gürtel bis Hals)
Gedan untere Stufe (bis zum Gürtel)
Jodan obere Stufe (Kopf) Stellungen
Hanmi Schrägstellung in Zenkutsu-dachi der Oberkörper ist um 45 Grad abgedreht
Hachiji-Dachi Aufrechte Stellung Füße parallel
Kokutsu-dachi Verteidigungsstellung, Rückwärtsstellung
Kiba-dachi Spreizstellung, Grätschstellung
Kamae Kampfstellung
Shizentai Normalstellung
Zenkutsu-dachi Schrittstellung, Vorwärtsstellung Einige Techniken
Age-uke Abwehr obere Stufe
Choku-zuki Gerader Stoß aus Hachiji-dachi
Empi-uchi Ellbogenstoß
Gedan-barai
Abwehr untere Stufe
Gyaku-zuki
umgekehrter Fauststoß
Keage
Schnappstoß, zurückfedernder Stoß
Kekomi
gerader, gestreckter Stoß
Kizami-zuki
Prellstoß mit abgedrehter Hüfte
Kizami-geri
Fußstoß mit dem vorderen Bein
Mae-geri
Fußstoß nach vorn
Mawashi-geri
Kreisfußstoß
Nagashi-uke
Fegeabwehr
Nukite
Stoß mit den Fingerspitzen
Oi-zuki
Angriffsstoß - z.B. rechtes Bein, rechte Faust
Rengeri
Doppelfußstoß mit Zwischenschritt
Renzuki
Doppelfauststoß
Sanbon-zuki
dreimaliger Fauststoß einmal obere Stufe, zweimal mittlere Stufe
Shuto-uchi
Handkantenschlag
Shuto-uke
Handkantenabwehr
Soto-ude-uke
Abwehr mittlere Stufe von außen (soto) nach innen mit Arm (ude)
Uchi-ude-uke
Abwehr mittlere Stufe von innen (uchi) nach außen mit Arm (ude)
Uraken-uchi Faustrückenschlag (auch Riken-uchi)
Ura-mawashi-geri
umgekehrter Kreisfußstoß
Ushiro-geri
Fußstoß nach hinten
Ushiro-mawashi-geri
Fußstoß nach hinten nach ganzer Körperdrehung
Yoko-geri
Fußstoß zur Seite Trainings- und Kampfformen
Kihon
Grundschule
Kumite
Kampfschule
Ippon-Kumite
Einmaliger Angriff, Abwehr und Gegenangriff
Sanbon-Kumite
Dreimaliger Angriff, dreimalige Abwehr. Nach der dritten Abwehr Gegenangriff. Angriff und Abwehr müssen stark vorgetragen werden! Ziel Entwicklung maximaler Standfestigkeit und Balance
Gohon-Kumite
Das Gleiche fünfmal
Kaeshi-Ippon-Kumite Mehrere hintereinander folgende wechselnde Angriffe und Abwehren. Kampffolge Angriff - Abwehr und Angriff (die Faust wird nicht zurückgezogen) - Abwehr und Gegenangriff (vorderen Fuß und Faust zurücknehmen). Die Kampfform dient der Reaktionsschulung
Jiyu-Ippon-Kumite Realer Angriff und kampfmäßige Abwehr (einmal). Ziel Entwicklung des Gefühls für Abstand und Zeitwahl
Okuri-Ippon-Kumite Kombinationstraining. Kampffolge 1. Angriff mit Ansagen - Abwehr mit Gegenangriff und Ausweichen. 2. Angriff ohne Ansagen - Abwehr und Gegenangriff Happo-Kumite: Training für Schritt- und Körperbewegungen sowie Schulung auf instiktive Reaktion. Eine größere Zahl von Angreifern bildet einen Kreis. Der Abwehrende steht in der Mitte. Die Angreifer sagen jeden Angriff an; die Zeit zwischen Abwehr/Gegenangriff und dem nächsten Angriff soll möglichst kurz bemessen sein.
Jiyu-Kumite Freier Kampf
Shiai Turnier Kata Vorführungsform in der Art eines Schattenkampfes, die alle Grundtechniken in festgelegten Kombinationen enthält.

Erläuterung weiterer japanischer Begriffe

Dan Meistergrad
Dojo Übungsraum, Club Hara
Tanden Bauch, Schwerezentrum
Karateka Karatefrau/-mann(wörtl. -experte)
Karate-gi Karate-Bekleidung
Kiai Höchster Krafteinsatz (hörbarem Ausatmen, ähnlich einem Kampfruf)
Kime Äußerster Einsatz mit voller Spannung und höchstem Kampfgeist
Kyu Schülergrad
Sensei Meister